Es werde Licht

lied8_20160825_Licht(jmk) Es ist beißend hell, es ist unerträglich heiß, Lied8 (reloaded) ist gerade 2 Tage alt und schon haben wir den 25. August. Wahnsinn. Den 25. August: Im Rampenlicht stehen heute die Geburtstagskinder Ivan der Schreckliche (1530 als Ivan Wassiljewitsch im schönen Kolomeskoje auf die Welt gepresst), Sean Connery und Lou van Burg.

Trotzdem: Irgendwie alles „wunnebar“, wie der unsympathische Exil-Holländer in seinen rotzlangweiligen Fernsehshows den häufig irritierten Ratehanseln gerne zuwarf, „wunnebar“.

Gar nicht „wunnerbar“ waren für den feisten Lou allerdings seine in der einschlägigen Presse umfänglich breitgewalzten unehelichen Aktivitäten und einige ökonomische „Ungereimtheiten“ in seinen Ratesendungen.

Und so landete er nach ORF, WDR, ZDF, Zirkus Althoff, Butterfahrten und RTL (in dieser Reihenfolge) schließlich beim Millowitsch Theater.

Das ist die Ranzbude, die, so wird heute von der Lokalpresse tränenreich beklagt, wahrscheinlich zumachen muss, wenn der WDR sie nach 60 Jahren nicht mehr mit Gebührengeldern zuscheißt, sondern die Kohle in ein anderes, wahrscheinlich nicht minder muffiges UnterhaltungsboulevardrätselshowmitInfotainementformat schaufelt. Trotzdem kann man den WDR verstehen, jetzt wo Lou van Burg nicht mehr dabei ist.

Dabei hatte man es auch schon mal mit einer „Lou van Burg seine Töchter Show“ probiert. Doch obwohl man für die vielversprechende Produktion eigens ein wunderschönes Jugendstil-Bad in Ehrenfeld für gut 2 Millionen Mark in Schutt und Asche gelegt hatte, wurde der Stuss kurz nach dem Start wieder eingestampft.

Warum wir das erwähnen? Keine Ahnung. Vielleicht, weil heute genau vor 49 Jahren in der Bundesrepublik das Farbfernsehen startete, was die Erinnerung an Lou van Burg allerdings auch nicht erträglicher macht – oder – weil heute vor genau 206 Jahren der Brite Peter Durand das Patent auf die Konservendose anmeldete. Konservendosen, so kann man lesen, wurden anfangs mit dem Beil, dem Hammer, dem Meißel oder einem großen, stabilen Messer aufgebrochen. Nicht sehr elegant, aber effizient. Heute werden viele Konservendosen mit Aufreißdeckeln (Ring-Pull) ausgeliefert. Der bricht allerdings in gefühlt 95% der Fälle einfach ab. Dann muss man automatisch wieder zum Beil oder zum Hammer greifen.

Ist das Fortschritt? Hat das unser Leben schöner gemacht? Was hat das mit schöner Wohnen zu tun?

Bestimmt hätte Nietzsche uns erleuchten können? Immerhin hat er gewusst, dass ohne Musik das Leben ein Irrtum ist. Leider ist Nietzsche heute vor 116 Jahren gestorben.

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